Ziele mit Gefühls-Tuning erreichen – was haben Ziele und Gefühle miteinander zu tun?

Für das Erreichen von Zielen sind eine gute Planung, Ressourcen, Engagement, passende Rahmenbedingungen etc. notwendig. Selbst wenn dies alles gegeben ist, scheitern wir manchmal aus unerklärlichen Gründen oder es wird extrem zäh und mühsam.
Ein möglicher Grund: Das Ziel löst nicht ausreichend positive Gefühle in uns aus, damit wir am Ball bleiben.
Wie können Sie dies erkennen und verändern?

Ziele und Gefühle - wichtig für das Erreichen unserer Ziele

Vielleicht ist es Ihnen auch schon passiert: Sie hatten ein Ziel vor Augen, Ihr Verstand sagte „Ja“ und alle Voraussetzungen waren günstig. Und trotzdem sind Sie gescheitert

Negative Gefühle bringen uns von unseren Zielen ab

Woran könnte das gelegen haben? Ein rein verstandesmäßiges „Ja“ zu einem Ziel reicht nicht immer aus. Der Weg zu einem anspruchsvollen, komplexen Ziel ist nicht nur mit Freude, sondern auch mit Hindernissen, Anstrengung, Fehlschlägen und Frust gepflastert. Eiserne Disziplin reicht dann nicht aus, sondern wir brauchen solide emotionale Gegengewichte, um diese Hürden zu meistern. Diese sind Begeisterung für Ihr Ziel, Vorfreude auf das Erreichen und eine Vorahnung des Glücksgefühls beim Erreichen Ihres Ziels. Tatsächlich erleben wir die Vorfreude sogar stärker als die Freude, wenn wir das Ziel erreichen.


„Starke Gründe bringen starke Handlungen hervor“


…sagte William Shakespeare.

Ebenso kann man sagen:
Starke Gefühle bringen starke Handlungen hervor!

Ziele auf dem emotionalen Prüfstand

Die Gefühle, die Ihr Ziel in Ihnen auslöst, zeigen Ihnen, ob

  • es begeisternd und attraktiv ist, Sie herausfordert, ohne Sie zu überfordern
  • es ein Ziel ist, das zu viel Angst auslöst und Sie stresst, oder
  • die Latte so niedrig liegt, dass es Sie langweilt, statt zu motivieren

Deshalb: Stellen Sie Ihre Ziele auf den emotionalen Prüfstand, bevor Sie loslegen!

Fragen Sie sich:  Welche Gefühle löst mein Ziel in mir aus?

So können Sie dabei vorgehen:

  1. Schreiben Sie Ihr Ziel auf – idealerweise in einer „SMARTen“ Form (spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch, terminiert)
  2. Malen Sie sich gedanklich in einem inneren Film aus, wie Sie sich selbst auf dem Weg zu Ihrem Ziel sehen, die notwendigen Maßnahmen ergreifen und die Arbeiten erledigen.

Welche Gefühle löst dieser innere Film in Ihnen aus?

  • Freudige Erwartung und angenehme Erregung?
  • Ein angenehmes Kribbeln?
  • Ein Gefühl von angenehmer Herausforderung?
    Begeisterung?
  • Eine leichte Nervosität?
  • Vielleicht sogar etwas Angst, die aber noch gut auszuhalten ist und Sie handlungsfähig lässt?

Dann ist es ein gutes Ziel für Sie!

Oder:

  • Großes Unbehagen?
  • Ein Gefühl von Überforderung?
  • Vielleicht sogar Angst?

Dann ist Ihr Ziel zu groß und überfordert Sie.

Oder:

  • Oder haben Sie eher ein Gefühl von Langeweile?
  • Spüren Sie wenig Drang, konkret loszulegen?

Dann ist das Ziel nicht ausreichend attraktiv und herausfordernd!

Oder es ist nicht Ihr ureigenes Ziel (verlinken).

Gefühls-Tuning für Ihr Ziel

Wie können Sie Ihre Gefühle oder Ihr Ziel verändern, wenn Ihre Gefühle Ihnen signalisieren, dass Ihr Ziel nicht optimal gewählt ist? Ohne es gleich über Bord zu werfen?

Ihr Ziel ist zu groß / überfordernd:

Wählen Sie das unangenehmste Gefühl aus und fragen Sie sich:
Was an meinem Ziel oder dem Weg dorthin löst dieses unangenehme Gefühl aus?

Nehmen Sie sich hierfür etwas Zeit. Setzen Sie sich gemütlich hin. Schließen Sie die Augen und stellen Sie sich noch einmal Ihren Weg zum Ziel in einem inneren Film vor. Sehen Sie sich selbst bei Ihren Aktionen. Betrachten Sie die Rahmenbedingungen, Ihr Umfeld und die Reaktionen anderer Menschen auf Ihre Aktionen. Beantworten Sie sich die folgenden Fragen:

  • Welche dieser Faktoren verändern sich in Ihrer Vorstellung negativ, wenn Sie erfolgreich auf dem Weg zu Ihrem Ziel sind und es erreichen?
  • Ernten Sie Zustimmung oder Ablehnung?
  • Gewinnen oder verlieren Sie Freunde?
  • Welchen Einfluss hat Ihr Weg auf das Verhältnis zu Ihrer Familie?
  • Wem werden Sie ähnlicher? Wem unähnlicher?
  • Welches Risiko macht Ihnen am meisten Sorgen?
  • Was genau löst Ihr unangenehmes Gefühl aus?

Negative, mit dem Ziel verknüpfte Gefühle verändern

Wenn Sie den Faktor entdeckt haben, der das unangenehmste Gefühle auslöst, überlegen Sie, wie Sie diesen Faktor verändern können.

Überprüfen Sie, ob

  1. Ihre Befürchtungen wirklich stimmen und
  2. Was das Schlimmste wäre, was passieren könnte, wenn sie einträten

Bei der ersten Frage stellen wir oft fest, dass viele Befürchtungen sich bei genauerem Hinsehen auflösen oder wir damit leben können, wenn sie eintreten.

Die zweite Frage zeigt uns, dass die „Gespenster“ in unserem Kopf nur mit Luft gefüllt sind. Bei einer realistischen Betrachtung verliert das Schlimmste fast immer seinen Schrecken 😉 !

Oft haben sich mit diesen beiden Fragen die unangenehmen Gefühle deutlich abgeschwächt und Sie können starten.

Ein Beispiel:
Sie wollen sich ein neues Geschäftsfeld erschließen. Sie haben festgestellt, dass die Angst vor einem Fehlschlag Ihre größte Hürde ist. Die Frage nach dem Schlimmsten hat Ihnen gezeigt, dass es konkret der finanzielle Verlust ist, der Ihre Angst auslöst.

Nun können Sie z.B. überlegen, ob

  • Ihre Firma den finanziellen Verlust überleben würde und Sie ihn als Lehrgeld akzeptieren könnten
  • Sie die Höhe des Verlustes auf ein Maß begrenzen können, das die Angst erträglich werden lässt

So gewinnen Sie Ihre Handlungsfähigkeit zurück.

Lassen Sie nun Ihren inneren Film mit diesem veränderten Faktor ablaufen, um zu prüfen, ob sich Ihr unangenehmes Gefühl abgeschwächt hat. Gleichzeitig erinnern Sie sich daran, was Sie an Ihrem Vorhaben begeistert, was möglich wird, wenn Sie dieses Ziel (im Beispiel das neue Geschäftsfeld erschließen) erreichen.
Drehen Sie so lange an den „Stellschrauben“ bis ihre unangenehmen Gefühle erträglich, möglichst sogar angenehm, motivierend und Sie handlungsfähig sind.

Neuland betreten heißt Ängste aushalten

Dabei ist wichtig zu wissen:
Der Weg zu einem Ziel führt häufig aus unserer vertrauten und bequemen Komfortzone heraus ins ungewisse Neuland. Dies ist in der Regel mit Ängsten verbunden. Wir können diese Ängste nicht komplett vermeiden, sondern müssen sie „einfach“ aushalten – solange wir handlungsfähig bleiben. Sie schwächen sich ab, mit jedem Schritt, den wir im Neuland gehen! Gleichzeitig können wir das positive „Kribbeln“ des Neuen genießen.

Ihr Ziel ist nicht attraktiv und herausfordernd:

Der emotionale Prüfstand hat ergeben, dass Ihr Ziel Sie unterfordert und langweilt?

Dann gibt es zwei Möglichkeiten: Sie werfen das Ziel über Bord, wenn dies möglich ist. Oder Sie gestalten Ihr Ziel herausfordernder, machen es größer.

Ein Beispiel:
Sie stellen fest, dass das neue Geschäftsfeld Sie nicht wirklich reizt. Es ist inhaltlich langweilig und stellt keine Herausforderung für Sie dar. Also überlegen Sie, ob Sie ein anderes Geschäftsfeld wählen wollen. Oder Sie steigern die Herausforderung, indem Sie es nicht nur in Deutschland sondern gleich europaweit erschließen.

Machen Sie nun noch einmal einen inneren Film von Ihrem Weg zu diesem Ziel und stellen Sie es erneut auf den Prüfstand. Idealerweise ähneln Ihre Gefühle jetzt denen, die ich oben für ein gutes Ziel beschriebenen habe und Sie sind nun motiviert, loszulegen.

Viel Erfolg mit Ihren gefühls-getunten Zielen
wünscht Ihnen

Maren Kaiser

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2 Kommentare zu Ziele mit Gefühls-Tuning erreichen – was haben Ziele und Gefühle miteinander zu tun?

  1. Danke für diesen tollen Artikel (den ich gleich auch noch teilen werde)! Das ist so ein wichtiges Thema und wird leider zu oft nicht bedacht. Da macht man sich dann lange „das muss ich alles erledigen“-Listen und wundert sich, dass man keine Lust drauf hat ;-).
    „Was das Schlimmste wäre, was passieren könnte, wenn sie einträten“ –> Genau! Statt diesen negativen Blitzgedanken, wirklich mal hinsetzen und die Situation zu Ende denken.
    Nochmal danke und liebe Grüße,
    Elisabeth

    • Maren Kaiser sagt:

      Liebe Elisabeth,
      herzlichen Dank für Deine Anerkennung und das Teilen!
      Die Fragen nach dem Schlimmsten, ist eine meiner Lieblingsfragen und wirkt auch im Coaching immer wieder Wunder.
      Herzliche Grüße
      Maren

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